Ralf König: Der dicke König Kernnzeichen T - 27.01.2012 Digitaler Rückblick: Januar 2012 Eine Deutschemichelnachtzipfelzubettgehtirade Der Schauspieler Gary Oldman im Interview Roedelius: Plays Piano (Live in London 1985)
Mittwoch, 08. Februar 2012 | 23:48

 

Ein Jahr lang Frühling

Der arabische Raum war in den vergangenen Monaten in den deutschen Medien so präsent wie selten zuvor. Fast unvermeidlich, dass sich die Veränderungen dort nach angemessener Frist auch in Buchveröffentlichungen niederschlagen wie jetzt in Der Aufstand des Berliner Politikwissenschaftlers Volker Perthes. Von PETER BLASTENBREI

 

Ein Reporter interviewt sich selbst

Der Arabische Frühling des Jahres 2011 zwinge uns, Abschied zu nehmen von Klischees, die unsere Vorstellung vom Nahen Osten zwei Jahrhunderte lang geprägt haben, so das Fazit eines Erinnerungsbuchs mit dem griffigen Titel Abschied von 1001 Nacht, das der bekannte Fernsehjournalist Ulrich Kienzle zu seinem 75. Geburtstag vorgelegt hat. Von PETER BLASTENBREI

 

Die digitale Revolution

Jeder Protest stützt sich auf Waffen. Dazu zählen nicht nur Gewehre und Bajonette: Mit ihren Holzschuhen, »Sabots« genannt, zertrampelten Bauern einst die Ernte, um gegen übermäßige Steuern und Abgaben ihrer Herren zu protestieren. Swingmusik, lange Mäntel und Sonnenbrillen symbolisierten den Protest der »Zazou« gegen das französische Vichy-Regime. Cyber-Rebellen kämpfen heute in der Revolution 3.0 mit virtuellen Waffen. JÖRG FUCHS wirft mithilfe des gleichnamigen Buchs von Matthias Bernold und Sandra Larriva Henaine einen Blick auf die Motivationen und Mittel digitaler Freiheitskämpfer, bloggender Rebellen und anonymer Aktivisten.

 

Libyen am Scheideweg

Bürgerkrieg, NATO-Intervention und die gewaltsame Beseitigung Muammar al-Gaddafis stellen einen gewaltigen Einschnitt in der jüngsten Geschichte Libyens dar, nicht weniger als die Revolution von 1969 oder die italienische Kolonialherrschaft. Wohin dieser neuerliche Umbruch führen wird, ist im Augenblick nur schwer abzusehen. Zeit also, um innezuhalten und ein Resümee der Gesellschaft und Politik Libyens in den vergangenen Jahrzehnten zu ziehen, wie dies der vom Generalsekretär der österreichisch-arabischen Gesellschaft, Fritz Edlinger, herausgegebene Sammelband Libyen versucht. Von PETER BLASTENBREI

 

Leidensgeschichte

Über den aktuellen Auseinandersetzungen um die Palästinafrage – Aufnahme Palästinas in die UNO, Kampf um Gaza, israelische Siedlungen – verliert man leicht die historische Dimension des Konflikts aus den Augen. Der von einem italienischen Autorenteam erarbeitete Sammelband Palästina will die Geschichte des arabischen Palästina, die »Nakba«, die nationale Katastrophe der Palästinenser von 1948/49, und die Anfänge ihrer Widerstandsbewegung nachzeichnen. Von PETER BLASTENBREI

 

Erodierte Rechtsstaatlichkeit

Heinrich Wille war als Lübecker Oberstaatsanwalt der Chefermittler im »Fall Barschel«. Im Juni 1998 kann er das Verfahren nur noch förmlich einstellen: Die »vorhandenen Spuren sind abgearbeitet«, neue Ansätze »derzeit nicht mehr erkennbar«. Die Frage, ob Barschel sich umgebracht hat oder einem Kapitalverbrechen zum Opfer gefallen ist, bleibt offen. Und sie wird immer wieder aufgeworfen, zuletzt vor wenigen Monaten, Stichwort: neue DNA-Möglichkeiten. Schon 2007 hatte Wille ein Buch fertig, aber sein Vorgesetzter verbietet eine Veröffentlichung. Erst jetzt, nach Willes Pensionierung, erschien Ein Mord, der keiner sein durfte in einem kleinen linken Schweizer Verlag. Honni soit … Von PIEKE BIERMANN

 

Österreichs vorbildliche Staatspleite

Euro-Krise? Lasst mal die Kirche im Dorf und rückt die Dimensionen wieder zurecht! Schaut mal zurück, wo wir herkommen – dann löst sich das Gerede von der Euro-Krise auf, relativiert sich. Das ist die Quintessenz von Hugo Portisch und seinem Pro-Europa-Plädoyer Was jetzt. Von JÖRG ESCHENFELDER

 

Glaube im urbanen Raum - neue Formen religiösen Lebens in der Stadt

Der Sammelband Urban Prayers schließt eine klaffende Lücke in der Stadtforschung: neue religiöse Bewegungen und Organisationen. JOSEF BORDAT über die unvoreingenommenen und informativen Beiträge zur Beschreibung der Rolle von Religion in der globalisierten Gesellschaft.

 

Anatomie einer Selbstzerstörung

Es ist, hat Ian Kershaw kürzlich in einem Interview gesagt, die letzte große Frage, die ihn noch umgetrieben hat: Warum eigentlich hat Nazi-Deutschland so verbohrt durchgehalten bis zur totalen Niederlage? Dieser Frage – oder vielmehr ihrer Beantwortung – hat der britische Historiker, der vor einem guten Jahrzehnt mit seiner zweibändigen Hitler-Biografie Maßstäbe gesetzt hatte und einem breiten Publikum bekannt geworden war, seine umfangreiche Studie Das Ende gewidmet. Es ist auch, hat er weiter erklärt, sein letzter Beitrag zur NS-Forschung. Von PIEKE BIERMANN

 

Guten Abend,
meine Damen und Herren

Ulrich Wickert stößt in Redet Geld, schweigt die Welt an die Grenzen seiner Empörung. Von THOMAS ROTHSCHILD

 

»Wir steigern das Bruttosozialprodukt«

Während der vergangenen Jahrzehnte wandelten sich die Industrienationen vom Typus der Disziplinargesellschaft zur Leistungsgesellschaft. Byung-Chul Han untersucht diesen Wandel in seinem neuen Essay Topologie der Gewalt; darin beschreibt er ein von Grund auf gewandeltes Menschenbild und erklärt aus der Verlagerung des Gewaltimpulses das weitverbreitete psychische Elend der Gegenwart; es drohe eine Implosion des Systems. Han lehrt Philosophie und Medienkunde in Karlsruhe und fand unlängst mit seiner Studie Shanzhai viel Aufmerksamkeit. Von WOLF SENFF

 

Von stillen Helden

Öfters hört man von mutigen Menschen, die während der Judenverfolgung im 20. Jahrhundert nicht weggesehen haben. Die ihr eigenes Leben und das ihrer Familien für fremde Menschen aufs Spiel gesetzt und dieses Spiel nicht selten verloren haben. Doch abgesehen von einigen medienwirksamen Beispielen – wie Schindlers Liste – sind im öffentlichen Bewusstsein kaum Erfahrungsberichte und Geschichten bekannt. Bis jetzt, denn der Holocaustüberlebende und Historiker Arno Lustiger hat mit Rettungswiderstand einen umfassenden Bericht vorgelegt; sein Buch ist das lesenswerte Gedächtnis großer und kleiner Heldentaten. Von SVENJA HOCH

 

Praktisches, allzu Praktisches

Bernward Gesang legt mit Klimaethik eine nur im Rahmen der utilitaristischen Prämissen stringente Moral- und Handlungstheorie für den Kampf gegen die Erderwärmung vor. JOSEF BORDAT ist von der Geltungskraft besagter Annahmen nicht überzeugt.

 

Vorwärts nach links

Schwul und bekennender Katholik – das bedeutet in Italien eigentlich das politische Aus. Nicht so für Nichi Vendola, den linken Ministerpräsidenten der Region Apulien im unterentwickelten Süden. 2010 wurde er in diesem Amt sogar bestätigt. Derart beflügelt legt er nun ein Manifest für eine neue Politik vor – mit Themen, die dank oder wegen Silvio Berlusconi schon lange nicht mehr bestimmend sind. Mit Es gibt ein besseres Italien empfiehlt sich Vendola den Italienern als Herausforderer des Regierungschefs. Von JULIA MÜLLER

 

Terror und sonst nichts?

Wie bis vor wenigen Jahren noch die PLO gilt heute die Hamas in Gaza als der Inbegriff des palästinensischen Terrors und als eigentliches Hindernis auf dem Weg zum Frieden im Nahen Osten. Diese Sicht der Dinge wurde von der israelischen Führung formuliert und von Europa und den USA kritiklos übernommen. Bei all dem sind echte und verlässliche Informationen über Ideologie und Ziele der Bewegung im Westen rar. Khaled Hroub, Leiter des Arab Media Project an der Universität Cambridge und derzeit wohl der beste Kenner der Hamas, liefert in seinem gleichnamigen Buch harte Fakten. Von PETER BLASTENBREI

 

»G«-Dienst zwischen Sehnsucht und Scham

Jubilieren. Über religiöse Rede heißt Bruno Latours Buch über die Sprachnot angesichts des Heiligen und die Gott- bzw. »G«-Suche des modernen Menschen. JOSEF BORDAT folgt ihm beim Versuch der religiösen Orientierung inmitten von Anfechtung und Zweifel.

 

Sachzwang und Marktdiktat

Richard Münch skizziert in Akademischer Kapitalismus. Über die politische Ökonomie der Hochschuldreform die Folgen von Exzellenzparadigma und Numerokratie in der Wissenschaft. Von JOSEF BORDAT

 

Muslime, Islamisten und die Irrtümer des Westens

Glaubt man bestimmten Publizisten, herrscht die reine Hölle, wo Muslime den Ton angeben: Repression, Verfolgung Andersgläubiger, Frauenunterdrückung, Homosexuellenhatz, Reformstau, Demokratieunfähigkeit – ganz abgesehen vom exportierten Terror gegen unsere westliche Zivilisation. Michael Thumann, Türkei-Korrespondent der Zeit, hat genauer hingesehen und findet in solchen Visionen keine exakte Beschreibung der Lage, sondern einen gigantischen Islam-Irrtum des Westens. Von PETER BLASTENBREI

 

Auf die Gründe kommt es an

Der Philosoph Julian Nida-Rümelin analysiert einen Grundbegriff der Moralität: Verantwortung. Von JOSEF BORDAT

 

Auf der linken Spur

Der Sammelband Globale Ökonomie des Autos. Mobilität, Arbeit, Konversion bietet einen Blick auf die weltweite Automobilwirtschaft aus überwiegend linker Perspektive – und offenbart die Pluralität der Argumentationslinien. Die Beiträge schwanken zwischen nüchterner Bestandsaufnahme und agitatorischer Rhetorik. JÖRG FUCHS lernte nicht nur die Strukturen der Automobilwirtschaft kennen, sondern vor allem auch die Befindlichkeiten ihrer Betrachter und Kritiker.

 

Schillernde Galanummern

Ein ganzes Land als Arena – so schildert Birgit Schönau Italien in Circus Italia. Aus dem Inneren der Unterhaltungsdemokratie. Und als Zirkusdirektor grüßt seit fast zwanzig Jahren der amtierende Ministerpräsident Silvio Berlusconi: »Manege frei!« für elf Kapitel Circus all’italiana. Von JULIA MÜLLER

 

Revolution?
Revolutionen!

Seit Ende 2010 werden viele arabische Staaten von Unruhen erschüttert. Etablierte Regimes wie in Tunesien und Ägypten brachen überraschend schnell zusammen und machten Übergangsregierungen Platz. Aber nicht nur hier fehlen Informationen, die eine Vorstellung vom künftigen Weg dieser Länder erlauben. Was sind die Grundprobleme der arabischen Welt heute? Wo liegen die Auslöser der jetzigen Revolten? Wer sind die Akteure, was ihre Ziele? Der von Thomas Schmid und Frank Nordhausen herausgegebene Sammelband Die arabische Revolution. Demokratischer Aufbruch von Tunesien bis zum Golf, verspricht, auf alle diese Fragen eine Antwort zu geben. Von PETER BLASTENBREI

 

Gegen Atomkraft.
Für das Leben.

Seit Jahrzehnten wendet sich der Philosoph Robert Spaemann gegen die Nutzung der Kernenergie, aus Gründen des Lebensschutzes. Die ökologische Position des katholischen Philosophen steht dabei nur scheinbar im Widerspruch zu seiner konservativen Haltung in Fragen der Abtreibung. Es sind zwei Seiten einer lebensfreundlichen Ethik. In dem jüngst bei Klett-Cotta erschienen Buch Nach uns die Kernschmelze. Hybris im atomaren Zeitalter kann man anhand hochaktueller Aufsätze aus den 1970er und 80er Jahren sowie einiger thematisch einschlägiger Interviews aus dieser Zeit nebst der Erstveröffentlichung eines kurzen Gesprächs mit Dominik Klenk einen Eindruck von der biophilen Grundposition des bekannten Moralphilosophen gewinnen. Von JOSEF BORDAT

 

Hitler zu Diensten

Der britische Journalist Diarmuid Jeffreys, ein ausgewiesener Kenner der deutschen Wirtschaftsgeschichte, analysiert in seiner jüngst erschienen Studie Weltkonzern und Kriegskartell. Das zerstörerische Werk der IG Farben die verhängnisvolle Verbindung zwischen dem NS-Regime und dem Chemie-Großkonzern IG Farben. Aber nicht nur das: Die Geschichte der IG Farben und seiner einzelnen Unternehmen stellt der Autor von den Anfängen in der Mitte des 19. Jahrhunderts dar, um den Bogen bis zu den Nürnberger Prozessen zu schlagen. Von JULIA MÜLLER

 

Gütekraft voraus!

JOSEF BORDAT untersucht den Sammelband Gewaltfreie Aktion. Erfahrungen und Analysen von Reiner Steinweg und Ulrike Laubenthal – eine bunte Mischung aus konzeptionellen und praxisbezogenen Beiträgen.

 

Nacht über dem Mittelmeer

Am Morgen des 31. Mai 2010 schreckte Europa auf. Im östlichen Mittelmeer hatte es einen Überfall auf zivile Schiffe gegeben. Israelische Kommandos hatten die Hilfsflotte für Gaza gewaltsam gestoppt, dabei waren neun der Freiwilligen getötet worden und 54 zum Teil schwer verletzt. Moustafa Bayoumi, Dozent am Brooklyn College in New York und US-Bürger palästinensischer Herkunft, hat in Mitternacht auf der Mavi Marmara nicht weniger als 51 Beiträge gesammelt, die den Vorfall selbst und sein politisches und kulturelles Umfeld ausleuchten. Von PETER BLASTENBREI

 

Betroffenheit und Einsicht

Reisen nach Israel können die verschiedensten Eindrücke hinterlassen. Rupert Neudeck, bei uns vor allem als höchst verdienstvoller Gründer des Komitees Cap Anamur für vietnamesische Bootsflüchtlinge und der weltweit agierenden Aufbauorganisation »Grünhelme« bekannt geworden, ist seit 1982 viele Male dorthin und in die Palästinensergebiete gefahren. Seine lange und schmerzhafte Auseinandersetzung mit dem, was er dort sah, beschreibt er in Das unheilige Land. Brennpunkt Naher Osten. Warum der Friede verhindert wird. Von PETER BLASTENBREI

 

Der tut nichts,
der will nur spielen!

Terry Eagleton hat es sich zur Aufgabe gemacht, komplexe literaturwissenschaftliche und philosophische Zusammenhänge in verständliche Form zu bringen. In seinem neuesten Werk mit dem knappen Titel Das Böse erfüllt er diesen Anspruch nicht ganz. Von SVENJA HOCH

 

»Krawall-Katholizismus« vom Feinsten

Matthias Matussek schreibt in Das katholische Abenteuer über seinen Glauben, seine Kirche und den ganzen Rest. Von JOSEF BORDAT

 

Schulen des Terrors

Die Geschichte der sogenannten »Ordensburgen« des NS-Regimes in Sonthofen im Allgäu, Vogelsang in der Nordeifel nahe Gmünd und Krössinsee in Pommern war bisher ebenso fragmentarisch erforscht wie legendenumrankt. Heinen hat nun eine umfassende, penible und reich illustrierte Monographie über diese drei Orte monumentaler NS-Architektur und nationalsozialistischer Ideologievermittlung vorgelegt und damit eine Lücke geschlossen. Von MANFRED WIENINGER

 

Jack Black und sein Leben in einer parallelen Legislative

Wer über Ostern zeitweise das Bett hüten und aufgrund von Kopfschmerzen auf ein gutes Buch verzichten musste, konnte sich von der aufgebotenen Feiertags-Fernsehkultur unterhalten bzw. sedieren lassen. Nicht wenige Fernsehanstalten griffen dabei neben dem Monumentalfilmklassiker Die zehn Gebote mit Yul Brynner als Pharao auf die generationsübergreifende Faszination des Westerns zurück. Western hier, Western da – aber nach Winnetou II, das sich STEFAN HEUER wegen Kinski angeschaut hat, hatte er dann doch genug.

 

Italien auf dem Prüfstand

Zum 150-jährigen Bestehen der Einheit Italiens legt der Münchner Jurist und Historiker Bernd Rill Von Vergil bis Berlusconi vor und behandelt die Geschichte von der Antike bis in die Gegenwart. Dabei untersucht er, ob und wann Italien seine nationalstaatliche Einheit tatsächlich umgesetzt hat. Von JULIA MÜLLER 

 

Ein netter Versuch

Der Untertitel Das Fahrradhasserbuch deutet an, worum es geht: Da will Annette Zoch witzig bis amüsant auf die Fahrradzunft eindreschen – die ach so bösen Radler werden von ihr aufs Korn genommen. Ein echter Radler hat Neben der Spur für uns entdeckt. Protokoll: FRANK KAUFMANN

 

Bittere Wahrheiten

Der US-amerikanische Politologe Norman Finkelstein ist spätestens seit seinem Buch The Holocaust Industry von 2000 als scharfer Kritiker des offiziellen Israel und des jüdischen Establishment der USA bekannt geworden. Sein jetzt auf Deutsch erschienenes Buch Israels Invasion in Gaza hat alle Aussichten, einen ähnlichen Schock auszulösen. Zumindest bei denjenigen, die die Zeitgeschichte des Nahen Ostens nur aus den Produkten der deutschen Medienindustrie kennen. Von PETER BLASTENBREI

 

Weißer Fleck! Und weg!

In Österreich, diesem vielfach rätselhaften Land, in dem das Verschweigen, Verdrängen und Vergessen schon seit jeher bis in die schwindelnden Höhen der absoluten Perfektion getrieben wurde, haben die Geschichtsbücher, insbesondere die, welche die Geschehnisse des 20. Jahrhunderts darstellen, immer noch ein paar weiße Flecken, wenngleich sich deren Zahl seit den Tagen von Waldheims Pferd deutlich verringert hat. Einen dieser genannten weißen Flecke – und gar keinen kleinen – hat nun Eleonore Lappin-Eppel mit ihrem neuen Buch Ungarisch-Jüdische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Österreich 1944/45 ein für allemal beseitigt. Von MANFRED WIENINGER

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