von Michael Ebmeyer GEH MIR FORT - Grobzeug im Rindermix 2 - Teil XLI TATORT (ORF) - Kein Entkommen (05.02.2012) Der Schauspieler Gary Oldman im Interview Zum Tod der Literatur-Nobelpreisträgerin Wislawa Szymborska Deponia
Dienstag, 07. Februar 2012 | 05:41

 

Life and Death of a Hollywood Extra

»Rede!« – »Ich werde nichts sagen!« Blitz! Schock! Flackern! Noch höher drehen die russischen Schurken die Stromzufuhr des Folterstuhls, auf dem ihr Gefangener sich windet. »Rede!« Aber der schneidige Spion im Abendanzug schweigt, noch unbarmherziger, als seine Gegner ihm Volt durch das Gehirn jagen. Wird er nachgeben? Niemals! Nicht als er hilflos in den Fängen einer feindlichen Maschinerie feststeckt, nicht als er in eine düstere Zelle geworfen wird, nicht als er einsam dem Ende entgegensieht. »Rede!« ist die Anfangsszene von The Artist. Szene, nicht Anfangsdialog. Ein solcher existiert nicht in Michel Hazanavicius Kinokunstwerk. Von LIDA BACH

 

Rollende Wellen

Marisa (Akina Levshin) liegt am Ostseestrand. Die Wellen peitschen wie eh und je, doch in ihrem Leben hat sich viel verändert. Die Welt steht Kopf. Das Hakenkreuz-Tattoo auf ihrer Brust ist abgeklebt. Langsam sickert das Blut aus ihrem Körper durch den weißen Stoff. Es ist derselbe Strand, an dem ihr Großvater Franz, ein Altnazi, sie mit einem Rucksack voller Sand entlang der Wellen marschieren ließ und der damals zehnjährigen Marisa zuraunte: »Ein Indianer kennt keinen Schmerz.« Er nannte sie seine »Kriegerin« und man erkennt gleich, wie stark das liebevolle Band zwischen den beiden trotz der eigenartigen Erwartungen von Franz ist. Jetzt, Jahre später, kniet neben ihr die 15-Jährige Svenja, erschrocken, doch gefasst. Auch sie trägt seit Kurzem ein Tattoo, ihr erstes. Eine 88 am unteren Bauch. Sie ließ es sich von Marisa stechen. Von ALEXANDER FUNK

 

 

»John Le Carré sagte, es sei die beste Adaption eines Buches, die es je gab.«

Gary Oldman über seine Rolle als Georg Smiley in dem Film Tinker Tailor Soldier Spy (Dame, König, As, Spion). Ein Interview von LIDA BACH

 

Griechenland als vielfaches Paradigma

Es gibt Künstler, die zu ihrer Berufung & Meisterschaft finden, indem sie die kollektive Geschichte ihrer sozialen & kulturellen Heimat zum Gegenstand ihres Oeuvres machen. Theo Angelopoulos war so einer: der moderne Epiker Griechenlands, sein zeitgenössischer Homer & Sophokles; denn der filmische Epiker war auch zugleich dramatischer Tragiker in der Nachfolge der antiken Größen. Der Landvermesser seines Heimatlandes. Von WOLFRAM SCHÜTTE

 

Den Lauf der Welt verändern

Um die Gunst der Leserschaft kämpfen viele Comics. Die Chaostheorie, das erste Album der neuen Serie Kaplan & Masson, kann gerade durch seine Solidität überzeugen. Von CHRISTOPHER FRANZ

 

Ocean´s 11 in Metropolis

Smoke City ist ein Gaunerstückchen, gepaart mit einer angedeuteten Geistergeschichte, bestückt mit Figuren aus Gangsterfilmen aller Epochen und versetzt in ein fiktives Metropolis. BORIS KUNZ findet diese wilde Mischung erstaunlich gelungen.

 

Die Faszination des Grauens

Kaum ein Werk der Weltliteratur hat, sieht man einmal von der Bibel ab, so viele Künstler unterschiedlicher Epochen und Stilrichtungen zur Umsetzung ins Bildmedium angeregt. Die zweibändige Neuausgabe mit der Prosaübersetzung des renommierten Mediävisten Kurt Flasch liefert einen willkommenen Anlass, Werk und Rezeption einmal wieder in Augenschein zu nehmen. Von STEPHANIE RAPPL

 

Kleine Andachtsbilder, große Wirkung: Meisterwerke des frühneuzeitlichen Drucks

Was machen TITEL-Rezensenten, wenn sie sich in der Offline-Welt bewegen? Die Möglichkeit, die Autoren Sebastian Karnatz, Nico Kirchberger und Mathias Listl als Kunsthistoriker kennenzulernen und gleichzeitig eine profunde Einführung in die frühneuzeitliche Druckgraphik zu genießen, bietet der eben erschienene Ausstellungskatalog Himmel und Erde in Schwarzweiß. Von STEPHANIE RAPPL

 

Mathias Tretter möchte nicht dein Freund sein - Tourplan 2012

»Kabarettisten sind von der schnellen Truppe, zumal solche wie Tretter, die nicht dem allfälligen Comedy-Genre anhängen, sondern richtiges, politisches Kabarett machen ...« (FAZ)

 

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10 Gründe, Engelmann zu lieben

Aufgelistet von BRIGITTE HELBLING

 

Materieller Spam als Kunstform

Kennt das nicht irgendwie jeder: Man wird erwachsen und will aus diesem einen Kaff raus, in dem man aufgewachsen ist – der täglichen Tristesse entkommen und endlich die Welt sehen. Noch verständlicher wird dieser Gedanke, wenn man wie Rufus auf einem Müll-Planeten aufgewachsen ist. »Deponia« heißt der Himmelskörper, dessen Oberfläche vollständig von Abfall und Schrott bedeckt ist, und der gleichzeitig namensgebend für das neue Spiel aus der Adventure-Schmiede Daedalic ist. Rufus ist der … naja, sagen wir mal Held … dieses neuen Abenteuers, das vor interessantem Müll nur so strotzt. Und mittendrin ist ALEXANDER FUNK

 

Eine Frage der Perspektive

Das kann gedreht und gewendet werden, wie es beliebt: In Crush3d kommt nur weiter, wer mehrdimensional denkt. VOLKER BONACKER hat auf der Suche nach dem Levelausgang Blöcke und Hindernisse verschoben und fordert, dass das Remake nun doch bitte die verdiente Würdigung erfahren möge.

 

Algen und glitschiges Heu

Das erste im Haus Rose ist der Geruch, noch vor allem anderen, noch bevor es die drei kleinen Stufen runtergeht in den ersten Flur: Der Geruch, und ich denke: Leichenhalle. Das ist Quatsch, klar, aber ich hatte den Geruch von Sex erwartet, archaischen Algengeruch, gemischt mit Schweiß und nassem, glitschigem Heu. Oder wie auch immer man den Geruch beschreiben soll, daran sind schon bessere als ich gescheitert. So riecht es im Haus Rose jedenfalls nicht. Eher sauber, ordentlich, der Geruch von Reinigungsmitteln, daher kommt vielleicht diese Assoziation mit der Leichenhalle: Reinigungsmittel, und etwas liegt darunter, der Geruch vieler Menschen, vielleicht, die hier ein- und ausgehen, die hier ständig sind, und Zigarettenrauch. Die Geräusche sind gedämpft, als läge hier überall Teppich, hin und wieder Türenklappen, das Lachen von Frauen. Wie schaut man sich so einen Laden an? Wie ein Museum? Wie einen Zoo? Wie eine Wohnung, die man mieten möchte? Wie soll ich hier entlanggehen? Soll ich die Frauen grüßen, auch wenn sie so skeptisch gucken wie die hinten in der Ecke? Soll ich die Kunden grüßen? Kollegial? Überlegen? Ich habe keine Ahnung. Eine Erkundung von JAN FISCHER

 

Der kleine Kiezkönig, oder: Vom Glück zu tanzen

Muss man nicht glücklich sein, um zu tanzen? Das ist so einer dieser Sätze, die bei mir hängen geblieben sind. Ich weiß nicht genau, warum – ich nehme an, wegen der Situation: Sarah sagte den Satz, Sarah, in die ich mich auf Sansibar ein bisschen verliebte, was allerdings dann später, in Amsterdam, nach der Landung, vergleichsweise schnell wieder aufhörte. Den Satz sagte sie mittendrin, ich glaube, in Nairobi. Von JAN FISCHER

 

Auch Kevin kauft nur Vinyl

Gestern erschien das neue Album von ClickCLickDecker. Sein erstes Livealbum heißt Du Ich Wir Beide Zu Den Fliegenden Bauten. Bei Seinem zweiten Konzert der aktuellen Tour hat ihn JULIAN SCHRAVEN hinter der Bühne getroffen und mit ihm gesprochen. Thema war alles andere als das Album selbst, denn sowas kann man ja woanders lesen.

 

FACHGESLAMPEL 2 - Christian Ritter traf Hanz´n´Roses

Alexander Willrich und Hanz bilden das Slam-Team Hanz'n'Roses. Wie es zu diesem eigentümlichen Namen kam, ist Thema des Gesprächs auf offener Straße. Außerdem geht es um einen Schreiburlaub im Allgäu, die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Poetry Slam und die Generationeneinteilung der Bühnenpoeten. Kleinere Lästereien über zu anspruchsvolle Tübinger Zuschauer und die Berliner Szene wurden selbstredend nicht rausgeschnitten!

 

 

Attraktive Serienstarts - Teil 2

ALPER TURFAN stellt wieder zwei kommende interessante Serien vor. Dieses Mal mit Charlie Sheen und dem einsamen Sheriff Walt Longmire. Den ersten Teil der Artikelreihe gibt es hier

 

Das Mädchen mit dem Seelentattoo

Es ist zu einem kleinen Hobby der Hollywood-Kinomaschinerie geworden, europäische Filme, die an Ansehen gewinnen, neu zu verfilmen. Vielleicht mag es für das amerikanische Kino unumgänglich sein, so die Stoffe ihrem Publikum präsentieren zu können. Schließlich werden europäische Filme in den USA nicht synchronisiert und müssen mit Untertiteln auskommen. Die Europäer sind den Neuauflagen gegenüber meistens skeptisch eingestellt und manchmal sogar darüber empört. David Fincher scheint es sich mit seiner Neuauflage der bereits verfilmten Bestseller-Trilogie Millennium (Stieg Larsson) zur Aufgabe gemacht zu haben, zwischen diesen vorurteilbehafteten Ansichten mal richtig aufzuräumen. Von ALEXANDER FUNK

 

Von behindertengerechten Maseratis

Mit einem Maserati durch die Stadt rasen, das kam für Philippe (François Cluzet) schon seit vielen Jahren nicht mehr in Frage. Einerseits ist er ab dem dritten Wirbel querschnittsgelähmt, andererseits hält er es für unpragmatisch, sich mit diesem Auto von seinem neuen Pfleger Driss (Omar Sy) fahren zu lassen. Doch Driss macht sich nicht viel aus Philipps Pragmatismus, setzt ihn kurzer Hand auf den Beifahrersitz und schliddert mit röhrendem Motor über den mit Kies bestreuten Parkplatz. Von ALEXANDER FUNK

 

Der gütige Führer

Wer Faschismus und Nationalsozialismus als das ganz Andere denkt, verschleiert mehr als er erklärt. Es stimmt weder strukturell, noch historisch. Der Totalitarismus ist bereits angelegt, wo der demokratische Staat sein Gewaltmonopol missbraucht und von der Verfassung vorgesehene Freiheiten einschränkt. Und auch die Vorbereitung und Durchführung von Kriegen ist keine notwendige Bedingung des Faschismus, wie sie umgekehrt von demokratischen Regierungen betrieben werden können. Von THOMAS ROTHSCHILD

 

Das Lieblingsgericht zum Tod

»Der Rauch ist Nahrung für die Seele«, sagt die Mutter zu ihrem Sohn, dem Violinisten Naser Ali Khan, auf ihrem Sterbebett. Eine letzte Zigarette raucht sie, bevor sie stirbt. Der Rauch entweicht Ihrem Mund, doch er verflüchtigt sich nicht, sondern wird voll und weiß wie Watte, fliegt einem Wurm gleich aus dem Fenster, über Straßen und Felder bis hin zu ihrem eigenen Grab. Dort bildet er eine kleine, weiße Wolke und verweilt inmitten der verdutzten Angehörigen, die sich das Phänomen zu erklären versuchen. Mit solchen Details, die so reich an Ideen und Atmosphäre sind, verwöhnt das Regie-Duo Marjane Satrapi und Vincent Paronnaud den Zuschauer in seinem neuen Werk. Von ALEXANDER FUNK

 

Eine Brücke auf dem Weg zum Übercomic?

Ein Bio-Pic in vielen einzelnen Pictures: Mit Unterstützung des Zeichners Maximilien Le Roy hat der französische Philosoph Michel Onfray sich an eine Comic-Umsetzung des Lebens von Friedrich Nietzsche gewagt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – allerdings mit gewissen Einschränkungen, meint CHRISTIAN NEUBERT.

 

Heiliges Halloween, Batman!

Das Lange Halloween ist ein hervorragendes Destillat, das den Dunklen Ritter in seiner ausgeglichensten Form präsentiert. PETER KLEMENT über die Graphic Novel von Jeph Loeb und Tim Sale, sowie die Inkarnationen des bösen und des doofen (aber lustigen) Batman.

 

Fünf Hurenkinder auf des Totenmanns Kiste

Zwar mag bei Das Testament des Captain Crown der Teufel durchaus seine Hand im Spiel haben, aber ansonsten brauchen Tristan Roulot und Patrick Hénaff keine Gespensterschiffe, Monsterkraken oder verfluchten Goldschätze, um den Fluch der Karibik wie einen Kindergeburtstag aussehen zu lassen. Von BORIS KUNZ

 

10 + 5

Die Comic-Crew wünscht wunderschöne Festtage! Vor der Weihnachtspause gibt’s keine Kritiken, sondern gleich zwei Listen: eine mit den besten Neuerscheinungen, eine mit den besten Wiederveröffentlichungen des Jahres 2011. Von CHRISTOPH HAAS

 

The World´s Biggest Villain

Nemesis ist genau die Art von Comic, vor denen Eltern ihre Kinder fernhalten sollten: laut, blutrünstig, oberflächlich – und hochgradig unterhaltsam! BORIS KUNZ schämt sich fast ein bisschen, dass er den so gut findet.

 

Der Monat in Spiele-Kritik: Dezember

Jeden ersten Dienstag im Monat blickt das Ressort Digitale Spiele zurück auf lesenswerte und wichtige Texte zum Thema Spielekultur. Wir versuchen, einen Überblick zu schaffen und Aufmerksamkeit auf deutsche Texte zu lenken, wollen aber auch den englischsprachigen Raum, der zurzeit synonym mit informierter Spielekritik ist, nicht aus den Augen lassen. Von DENNIS KOGEL und CHRISTOF ZURSCHMITTEN.

 

Digitale Spiele beim Polygon 2011

Polyneux ruft auf zum gemeinsamen Zurückblicken und RUDOLF INDERST, VOLKER BONACKER, CHRISTOF ZURSCHMITTEN, PETER KLEMENT und DENNIS KOGEL entscheiden mit geheimen, rein objektiven und garantiert prozentgenau errechneten Methoden, über ihre Lieblingsspiele 2011.

 

Geburtstag nach Maß

Einen besseren Zeitpunkt hätte es für dieses Spiel nicht geben können: Einerseits liefert Halo: Combat Evolved Anniversary ein (fast) perfektes Beispiel dafür ab, wie Remakes aussehen sollten und andererseits steigert der Titel die Lust auf den vierten Teil der Serie, der wohl im nächsten Jahr aufschlagen dürfte. RUDOLF INDERST ging daher sehr gerne noch einmal zum Ursprung der Xbox-Erfolgsserie zurück. 

 

Zurück in die Zukunft

Wir haben die Vergangenheit hinter uns gelassen. Die spitzen Hausecken haben ausgedient. Die Segel sind gestrichen und die Galionsfiguren liegen still auf dem Grund des Ozeans. Die Marktplätze und Wirtshäuser sind Stadtzentren und Casinos gewichen. Statt nach Kleidung verlangen die Siedler nun nach Lifestyle-Waren und Telekommunikation. ANNO 2070 segelt in eine neue Epoche: keine Holzschiffchen mehr – jetzt gibt es Ölfrachter und U-Boote. Und ALEXANDER FUNK ist dabei. 

 

I control, I fly

Obschon zu Gaming-Urzeiten nicht unpopulär, hat das Genre der Zwei-Stick-Shooter zu Zeiten, als digitales Spielen vom Nischen- zum Massenmarkt avancierte, ein eher tristes Dasein gefristet. Mit dem Aufkommen onlinebasierter Vertriebskanäle für die aktuellen Konsolen erlebt das Genre jedoch ein Revival. VOLKER BONACKER stürzt sich in die Weltraum-Schlacht.

 

»Ganz so einfach wie in der Physik ist es in der Literatur nicht!«

HADAYATULLAH HÜBSCH ist einen Tag nach diesem Gespräch mit Jürgen Ploog, am 4. Januar 2011, plötzlich verstorben. Quasi ein Vermächtnis.

 

Manchmal hebt er ab

Johannes Enders gilt in Jazzkreisen als einer der wichtigsten Saxophonisten. Er erhielt schon zahlreiche Preise und überschwängliches Lob seitens der Kritik. Johannes Enders schreibt für Film und Fernsehen, unterrichtet in Leipzig an der Hochschule für Musik, komponiert, arrangiert und experimentiert im Studio. Doch am liebsten ist ihm der Live-Auftritt: sei es im Trio oder in seiner großen Formation Enders Room. Kürzlich war er mit ihr zu Gast im Burghauser Jazzkeller und hatte nach seinem Konzert noch Luft für ein Interview. Von JÖRG ESCHENFELDER

 

»Wenn es mich getroffen hätte, hätte ich nicht mal den Schuss gehört«

Sebastian Christ, Jahrgang 1981, ist Autor und Journalist. Geboren und aufgewachsen ist er in Frankenberg, der hessischen Kleinstadt, in der die ersten gefallenen deutschen Soldaten des Afghanistankrieges stationiert waren. Anfang Oktober ist sein Buch Das Knurren der Panzer im Frühling erschienen, ein Bericht über den Krieg in Afghanistan. Ein Krieg, für den, wie Christ sagt, das Bewusstsein fehlt. MARTIN SPIESS hat ihn zum Gespräch getroffen.

 

Es ist nicht leicht mit Jazz!

Eigentlich müsste die Karriere wie von selbst laufen. Denn Kühntett ist gut – anerkanntermaßen gut. Immerhin heimsen die vier Deutschen Jazz-Musiker seit der ersten Stunde regelmäßig Preise ein. Und sie überzeugen: mit ihren CDs und mit ihren Auftritten. Dennoch. Das Leben und die Karriere als Jazzmusiker sind nicht einfach. Von JÖRG ESCHENFELDER

 

Harald Martenstein im Gespräch

Jeden Donnerstag erfahren die Leser des ZEIT-Magazins, womit sich Harald Martenstein beschäftigt, was ihm gefällt und was ihm gegen den Strich geht – Hundefeindlichkeit in Deutschland zum Beispiel. SEBASTIAN WANNER und FREDERIK WILHELMI haben sich auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Kolumnisten getroffen und über seine Arbeit gesprochen.

 

Beckmann reloaded!

Nach dem Katalog der Basler Ausstellung Max Beckmann. Die Landschaften hat sich Sebastian KARNATZ nun den Katalog der Leipziger Ausstellung Max Beckmann. Von Angesicht zu Angesicht vorgenommen.

 

Subtile Gesichter. Deutsche Renaissance-Portraits

Nach der Berliner Schau Gesichter der Renaissance hat BJÖRN VEDDER nun auch in München die hohe Kunst des Portraits bestaunt.

 

Pretty as a Picture

»Ich habe sie auf der Straße gesehen, im Theater, in der Kirche. Überall und bei allem habe ich sie gesehen. Wie sie über die Fifth Avenue schlendert und bei der Arbeit hinter der Ladentheke steht. Die Nation hat diesen Typ geschaffen.« Die Genesis des Pin-ups lässt sich kaum besser beschreiben als Charles Dana Gibson es tat. Erzählt der Illustrator, wo er das Mädchen fand, das als »Gibson Girl« zum Ideal weiblicher Anmut wurde, nimmt er die Geschichte einer Kunstform vorweg, die es verdient, als eigene Richtung anerkannt zu werden. In ihrem verführerischen Bildband The Great American Pin-up haben Charles Martignette und Louis K. Meisel genau dies getan. Von LIDA BACH

 

Beckmann mit dem ICE

Soviel Beckmann gab es noch nie! Diesem Diktum kann man nicht nur, man muss ihm gar zustimmen. SEBASTIAN KARNATZ nimmt – zumindest lesend – die Reise von Basel über Frankfurt nach Leipzig auf sich.

 

Mehr als nur ein Kalender

Der zweite Dobler Kunstkalender mit Hans Mielichs Miniaturen zu den Bußpsalmen Orlando di Lassos heißt nicht nur Zeitlos schön, er ist es auch, findet Mathias LISTL.

 

Hochgeschwindigkeitskabarett

Urban Priol legt mit der „Box“ seine Soloprogramme aus den Jahren zwischen 1997 und 2005 vor - eine kurze persönliche Geschichte des politischen Kabaretts. Von JÖRG AUBERG

 

Alles ganz wonderful?

JAN FISCHER hat sich die königliche Hochzeit im Fernsehen angesehen. Und macht sich jetzt Gedanken über unser schizophrenes Verhältnis zu Prunk, Pathos und Pop.

 

Hinter dem Gesetz der Serie

David Lynch und Mark Frost haben mit der Fernsehserie Twin Peaks die Mutter aller Serien geschaffen. ARTE strahlt sie nun vom 19. April bis 28. Juni zum zweiten Mal in Deutschland aus. Von MAXIMILIAN LINK

 

Pest und Cholera

Bei der Präsidentschaftswahl in Peru haben sich die beiden durchgesetzt, die es nicht hätten werden sollen: der »Linksnationalist« Ollanta Humala (31,7 Prozent) und Keiko »die Tochter« Fujimori (23,5 Prozent). Ein Kommentar von JOSEF BORDAT

 

Kleine Atempause mit großer Symbolkraft

Am 15.12.1916 brachen die Deutschen den Angriff auf Verdun ab. Das Leben im Schützengraben hatte sie zermürbt. Doch Weihnachten 1914 war alles anders gewesen. Von JOSEF BORDAT

 

Der schuldlose Stellvertreter

An welche Bilder, die vor 40 Jahren in den Zeitungen gedruckt oder vom Fernsehen übertragen wurden, erinnert man sich noch? Sie sind flüchtig, waren nur für den Tag gedacht. Ein Bild aber hat sich unauslöschlich im Bewusstsein politisch denkender Deutscher eingeprägt: Willy Brandt kniet vor der Gedenkstätte für die Aufständischen des Warschauer Ghettos. Eine religiöse Geste eines Sozialisten, an die man selbst heute noch nicht ohne Erschütterung zurückdenken mag. Von THOMAS ROTHSCHILD

Starke Blogperformance

Sven Regener erhält für die Lektüre seines Internet-Tagebuchromans Meine Jahre mit Hamburg-Heiner den Deutschen Hörbuchpreis als »Bester Interpret«. Der ...

Bonsoir Tristesse

Jean Cayrol gehört zu den großen Unbekannten der französischen Nachkriegsliteratur. Sein Roman Im Bereich einer Nacht (L'espace d'une nuit) erschien ...

Pomp und Knall und Tätärätä

Das Silvesterkonzert der Münchner Philharmoniker und des Philharmonischen Chors Münchens unter der Leitung von Andrew Manze. Gesehen von BJÖRN VEDDER

Musique Electrique

Sie leben. Die Stimmen vom neonfarbenen See an den blauen Feldern. Von TOM ASAM.

Schweizerinnen auf dem Vormarsch?!?

Wer fällt Ihnen ein, wenn Sie an starke Schweizer Frauen denken? Wenigstens irgendeine Frau? Frau? Fühlen Sie sich nicht zu schlecht, wenn Ihnen zu dem Land, in dem die Frauen erst 1971 ...

Ein Jahr lang Frühling

Der arabische Raum war in den vergangenen Monaten in den deutschen Medien so präsent wie selten zuvor. Fast unvermeidlich, dass sich die Veränderungen dort nach angemessener Frist auch in ...

Vertrauen, hoffen, lieben

Gewichtige Worte und Werte von ebensolchem Gewicht findet man in diesem Buch. Was man gleichfalls findet, ist sind die Pendants, Einsamkeit, Leid, und Wut. Es ist ein Buch der Extreme und ein Buch ...

Alles, nur kaum Eier

Verrückte Hühner kennen alle – kein Zweifel, dass es sie wirklich gibt. Heinz Janisch erzählt, wie ein Bauer an seinem jedoch fast verzweifelt. Sein verrücktes ...

Nachhaltig wortgewaltig

Ich bin es gewohnt, in regelmäßigen Abständen verständnislos angeschaut zu werden – in der Tat dürfte ich wahrscheinlich deutschlandweit einer der wenigen ...

Kafka und Komik?

Beim Namen Franz Kafka denken die meisten an Beklemmendes wie Der Prozess oder Das Schloss, an Unheimliches wie Ein Bericht für eine Akademie oder In der ...

Harder.
Faster.
Louder!

Frank Schäfer, mit universitären Würden ausgestatteter Geisteswissenschaftler, Autor, Kritiker, Hobbymusiker und eingefleischter Metal-Fan hat eine Interviewsammlung zum Thema Heavy ...